Erfahrungsbericht Physiotherapie-Projekt
Kathmandu | Nepal

Von Ivona

Nach ein paar abenteuerlichen und schönen Einführungs- und Willkommenstagen in Kathmandu, ging es mit meinem Projekt mit behinderten Kindern in der SERC School in Kathmandu los!

Das Projekt

Die Schule ist zentral gelegen und zu Fuß gemütlich in 25 Minuten vom Volunteerhaus in Basundhara zu erreichen. Die Kinder werden dort täglich von ihren Eltern bzw. von den Schulvans zur Schule gebracht. Das Centre ist nicht einfach ’nur‘ eine Schule sonder auch eine ambulante Therapieeinrichtung. Die SERC School betreut Kinder mit verschiedenen körperlichen und geistigen Behinderungen aller Altersgruppen. Neben der Großzahl physischer Behinderungen werden ebenfalls Kinder mit Verhaltensstörungen, Autismus sowie Waisenkinder betreut und behandelt. Je nach Krankheitsbild gibt es Therapien aus der Logopädie, Ergotherapie, Musiktherapie und Physiotherapie. Auch Gruppentherapien und Beschäftigungstherapien wie administrative Aufgaben und handwerkliche Arbeiten gehören vor allem bei den älteren Schulkindern dazu, um sie auf das Berufsleben vorzubereiten und auch dort besser vermitteln zu können.

Die Schuldirektorin Kalpana Basnet, sowie alle anderen Lehrer und Therapeuten sind unglaublich bemüht den Kindern eine möglichst gute Ausbildung und Therapie zu ermöglichen. Die Schule versteht sich als eine große Familie und diesen herzlichen Umgang zwischen Kindern und Erwachsenen spürt man vom allerersten Tag an. Durch das stetige und starke Engagement von Kalpana und auch die Unterstützung durch Karmalaya, hat sich die Schule mittlerweile einen internationalen Ruf gemacht und man arbeitet neben den ‚local‘ Therapeuten mit Therapeuten, Volunteeren und Praktikaten aus aller Welt zusammen die sich dort engagieren. Die kleine Schule platzt deshalb auch fast aus allen Nähten. Alle Klassenräume sind bis auf den letzten Platz gefüllt und man muss aufpassen nicht über die vielen kleinen Schuhe vor den Räumen zu stolpern 🙂

Physiotherapie-Übungen

Die Kinder sind weniger nach ihrem Alter, sonder mehr nach ihrem kognitiven Leistungsstand in Klassen eingeteilt, also ein großer bunter ‚Haufen‘ in allen Räumen. Im Obergeschoss des Gebäudes befindet sich der eigentliche Gymnastikraum der Physiotherapie. Viele Hilfsmittel sind Spenden aus dem Ausland und dementsprechend schon oft gebraucht, veraltet oder auch schon kaputt. Man lernt, fernab von unserem westlichen Standard, das Beste aus allem zu machen und die Sachen mehr wertzuschätzen als es jemals bei uns gemacht wird.

Arbeitsalltag

Der Arbeitsalltag für mich als Volontärin hat um 09.30 Uhr täglich begonnen und ging bis ca. 15.00 Uhr. In dem Zeitraum ist man fest im Team eingeplant, aber generell sind alles sehr flexibel und es wird allen Wünschen entgegengekommen. Alle Betreuer setzten sich wöchentlich zusammen um für jedes Kind einzeln die Therapieziele zu besprechen. Die nepalesiche Arbeitswoche geht von Sonntag bis Freitag, am Samstag ist Wochenende und in der Schule auch unterrichtsfrei. Die Kinder werden in der Schule bekocht, damit sie mindestens eine warme Mahlzeit am Tag zu essen haben und auch wir haben täglich um die Mittagszeit leckeres Dal Bhat bekommen.

Sprachbarrieren

Die Sprachbarriere war in den ersten Tagen doch größer als gedacht. Manche Betreuer sprechen nur wenig Englisch. Viele Kinder können nicht sprechen oder verstehen aufgrund ihrer kognitiven Defizite nicht viel. Umso erstaunlicher und überraschter war ich, dass manche der Kinder sehr gut Englisch verstehen und sprechen konnten. Diese Hürde war für mich noch mehr Anreiz die nepalesische Sprache zu lernen und so habe ich mit und von den Kindern Nepali gelernt, das auf beiden Seiten doch zu einigen Lachern geführt hat 🙂

Mit der Zeit war es eine unglaubliche und schöne Erfahrung mit den Kindern zusammen zu arbeiten. Auf Englisch, auf Nepalesisch und oft war gar keine Sprache nötig, um sich zu verstehen. Alle Kinder waren hochmotiviert, haben in der Therapie toll mitgearbeitet und haben sich jedes mal mit einem strahlenden Lächeln bedankt.

Nepal in der besten Reisezeit

Oktober und November sind eine der schönsten Monate um Nepal zu besuchen. Während dieser beiden Monate gibt es viele hinduistische Feiertage, was ein ganz besonderes Erlebnis ist. Während der Feiertage hat die Schule geschlossen. Wer gerne etwas Konstantes möchte, der sollte weniger in diesem Zeitraum dieses Projekt besuchen oder einfach eine größere Zeitspanne einplanen als Oktober und November 🙂

Impressionen

Zum Projekt

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